Pressemitteilung des bfg Bayern vom 30.09.2026

Mehr als 33 Prozent der bayerischen Schüler:innen besuchen Ethikunterricht

Die Nürnberger Nachrichten haben am Freitag vor Schulbeginn die Zahlen für den Besuch von Weltanschauungsunterricht an bayerischen staatlichen Schulen veröffentlicht. Demnach besuchen 601.000 Kinder und Jugendliche den katholischen Religionsunterricht, 264.000 den evangelischen, der christlich-ökumenische Unterricht erreicht 42.380 junge Besucherinnen und Besucher und in den islamischen Religionsunterricht gehen 23.000 junge Menschen.

471.000 Schüler:innen nahmen am Ethikunterricht teil. Das sind über 33 Prozent derjenigen, die aktuell in Bayern eine staatliche Schule besuchen. Der Bund für Geistesfreiheit (bfg) Bayern freut sich über diese Entwicklung: „Die Zahlen zeigen, dass bereits ein Drittel der Kinder und Jugendlichen in Bayern gemeinsam etwas über Werte, Philosophie und ein positives Miteinander lernen, anstatt nach Religions(nicht)zugehörigkeit getrennt zu werden“, so Anne-Barbara Kindler aus dem Vorstand des bfg Bayern, K.d.ö.R. Die Körperschaft des öffentlichen Rechts engagiert sich unter anderem mit der Kampagne „Einer für alle – Ethik“ genau für dieses Ziel: gemeinsam Ethik, statt getrennt Religion. Denn gerade in einer Zeit gesellschaftlicher Pluralität und unterschiedlicher kultureller Herkunft ist es umso entscheidender, eine Gleichberechtigung von Weltanschauungen ohne Absolutheitsanspruch zu vermitteln und sich über unterschiedliche Weltbilder auszutauschen.

Vor diesem Hintergrund fordert der bfg verpflichtenden Ethikunterricht an bayerischen Schulen ab Klasse 1. Auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Bayern lehnt eine Trennung der Schülerinnen und Schüler nach Konfessionsmerkmalen ab. Mit ihr führte der bfg im Juni ein Radiointerview, das im Bayerischen Rundfunk gesendet wurde. „Der Religionsunterricht ist in Bayern ordentliches Pflichtfach, verfassungsrechtlich abgesichert in Grundgesetz und bayerischer Verfassung. Ethik dagegen ist nur das Ersatzpflichtfach“, kritisierte darin die GEW-Landesvorsitzende Martina Borgendale. Dies müsste geändert werden, um den gesellschaftlichen Realitäten von heute gerecht zu werden.

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