Pressemitteilung des bfg Bayern vom 01.09.2026

Für eine Liberalisierung des Bestattungsrechts in Bayern

Nach einer Umfrage der Verbraucherinitiative „Bestattungskultur Aeternitas“ nimmt die Zahl der Trauerfeiern mit kirchlicher Begleitung immer weiter ab. Viele Menschen wünschen für ihre eigene Bestattung ein pflegefreies Angebot, insbesondere auch außerhalb klassischer Friedhöfe. Einer Liberalisierung im Bestattungsrecht steht eine große Mehrheit offen gegenüber.

Anlässlich dessen fordert der Vorsitzende des Bundes für Geistesfreiheit Bayern, Frank Riegler, von der bayerischen Staatsregierung eine Reformierung des Bestattungsgesetzes: „Wir brauchen eine Trauer- und Verabschiedungskultur, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt. Dafür müssen auch Bestattungsmöglichkeiten geschaffen werden, die der veränderten Kultur entsprechen.“

Es ist nicht hinzunehmen, dass christliche Vertreter gegen den Bürgerwillen lobbyieren, um das kirchliche Friedhofsmonopol zu sichern. Ende Februar berichtete das Satiremagazin des BR „quer“ über derartige Vorgänge in den Gemeinden Thanstein und Jandelsbrunn.

„Leider beugen sich immer noch Räte einer Kommune, die von den Bürgern gewählt wurden, um ihre Anliegen zu vertreten, den massiv geäußerten Ansichten ihrer von außen eingesetzten Pfarrer. Letztere verunglimpfen bewusst, was ein Naturfriedhof bietet, und preisen ohne jede Begründung die alleinige ‚Heilsamkeit‘ ihrer traditionellen ‚Friedhofskultur‘“, beschreibt Anton Aschenbrenner von der Trauerwald Bayern GmbH seine Erfahrungen mit Kommunen und Kirchen. Die Zeichen der Zeit erkannt hat man offensichtlich in Rheinland-Pfalz, das 2025 sein Bestattungsrecht weitgehend liberalisiert hat. Der Friedhofszwang ist dort aufgehoben. Anders in Bayern: Das Bestattungsgesetz stammt aus dem Jahr 1970. Es privilegiert einseitig die christlichen Religionsgemeinschaften und trägt dem Wertewandel, der sich in den letzten 56 Jahren vollzogen hat, nicht mehr Rechnung. In Bayern gibt es nach Angabe der DEGA-Gartenbau 2.200 katholische Friedhöfe. Hinzu kommen ungefähr 750 evangelische. Die naturnahe Bestattung ist nur in ca. 15 Fried- oder Trauerwäldern möglich.

WordPress Cookie-Hinweis von Real Cookie Banner