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Weltfrauentag - wie weit sind wir gekommen?

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Zuletzt aktualisiert von Atheist Steinbrenner am 8. März 2016 - 18:47

ein Kommentar von Atheist Steinbrenner

Vor dem Hintergrund der Grundsätze des Bund für Geistesfreiheit die auch die Gleichberechtigunge von Männern und Frauen fordern und aus aktuellem Anlass des Weltfrauentages habe ich mir so meine Gedanken gemacht…

Die Gleichstellungspolitik ist der Betrug an den Zielen der Emanzipationsbewegung die ja eigentlich nicht nur dafür eintrat, dass Frauen so sie sich wie Männer entscheiden und Verhalten gleichgestellt sind. Unter die Räder kam, dass Frauen und Männer, ob nun biologisch oder durch Sozialisation bedingt, schwerpunktmäßig bestimmte Fähigkeitsprofile haben und daher in unterschiedliche Berufe und Branchen streben. In der Care Branche finden sich überwiegend Frauen als Beschäftigte. Weder erfahren diese Tätigkeiten dieselbe gesellschaftliche Wertschätzung als Berufe in denen sich zumeist Männer antreffen lassen, noch sind die Einkommensmöglichkeiten in diesem Bereich vergleichbar. --- Nur wenn Frau traditionell männliche Entscheidungen trifft kann sie dieselben Vorteile an Ansehen und Einkommen erhalten.

Typisch weibliche Biographien, die ob der biologischen Möglichkeit etwa auch die Entscheidung zu Gebären einschließen, führen zu einer Benachteiligung. Nicht zuletzt dadurch, dass die Entscheidung zur Reproduktion - die auch im gesamtgesellschaftlichen Interesse sein dürfte - ein Armutsrisiko erster Güte ist. Auch eine berufliche Laufbahn im Care Bereich führt in Umstände die mir nicht erstrebenswert erscheinen. Durch die Vorherrschaft der Kirchen als größter Arbeitgeber in diesem Bereich müssen viele Frauen Diskriminierung aufgrund privater Lebensentscheidungen durch Ihren Arbeitgeber hinnehmen. Zudem ist Arbeit am Wochenende normal. Die Ausgleichstage unter der Woche sind faktisch aber keinen freien Tage, da oftmals wegen zu geringer Personaldecken die Mitarbeiter kurzfristig dennoch zur Arbeit gerufen werden. Ein Entgelt für diesen faktischen Bereitschaftsdienst wird regelmäßig nicht bezahlt. Die private Lebensführung wird aufgrund der Unvorhersehbaren Arbeitseinsätze massiv verkompliziert, sobald auch Partner und Kinder ebenfalls zu berücksichtigen sind. Diese Härte bei mäßiger Bezahlung ist in typisch männlich besetzen Berufen nicht vorhanden.

Falsch wäre es jedoch die Dichotomie an der Linie Mann/Frau auf zu machen. Die Grenze läuft vielmehr zwischen typisch Weiblichen und typisch Männlichen Verhalten und Lebensentscheidungen. Ein Krankenpfleger wird sich in derselben Situation wiederfinden wie seine Kolleginnen. Die Ingenieurin findet sich in derselben besseren Position wie ihre Kollegen. Zumal hat es auch früher im Patriarchat nicht ausgereicht einen Penis zu besitzen um in den Genuss der patriarchalen Privilegien zu kommen, sondern das Verhalten musste ebenfalls anerkannt männlichen Stereotypen entsprechen. Insofern hat sich die Grenze der Dichotomie nicht etwa vom biologischen auf das soziale Geschlecht verschoben, sondern stellt sich nur durch genauere Betrachtung heute anders dar.

 

Das Patriarchat hat es durch das verlockende Angebot der Gleichstellung geschafft der Emanzipationsbewegung so viel an Fahrt zu nehmen, dass das Ziel der echten Gleichwertigkeit zwischen männlichen und weiblichen Entscheidungen und Biographien dabei auf der Strecke geblieben ist, und es leider lange dauern wird ein neues Bewusstsein in einer kritischen Masse von Menschen zu schaffen um die tatsächliche Gleichwertigkeit des Männlicher und Weiblicher Entscheidungen und Biographien bezüglich Ansehen und Teilhabe am gesellschaftlichen Wohlstand wirkungsvoll einzufordern.