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Rede und Sketch des Bund für Geistesfreiheit auf zweitem Leerstandsaktionstag:: “Nicht einmal Tebartz-van Elst hatte üppiger gewohnt!”

Zuletzt aktualisiert von Poldi am 2. November 2021 - 22:39
Die Kirchen sind mit die größten Grundbesitzer Deutschlands.
Vor allem in den Bischofsstädten wie Regensburg gehört ihnen ein Großteil der Flächen und Immobilien, meist in besonders begehrten Gebieten.
Durch ihre jahrhundertelange Präsenz war es den Kirchen ein leichtes, sich die Filetstücke der jeweiligen Kommune anzueignen. Dabei ist es aber nicht immer ganz einfach herauszufinden, was alles im Eigentum der Kirche ist.
 
Beispielsweise gehört der Evangelischen Pfründestiftung das Keplerareal, das die Stadtverwaltung mit Regensburger Steuergeldern per Erbpacht für das bescheuerte Kultur- und Kongresszentrum für die nächsten 99 Jahre gemietet hat. 99 Jahre garantierte Miete für Boden, der allen gehören sollte!
 
Die Kirche ist als Vermieter zwar nicht der antisozialste Miethai, der zu finden ist, aber natürlich nimmt sie auch marktübliche Preise. In einer Studie habe ich gelesen, dass in Regensburg trotz gewisser Coronaeffekte nicht wie in anderen Städten die Mieten zu der Zeit weniger stark gestiegen sind. Als Grund wird angegeben: Die Kirche besitze viel Wohnraum und durch deren Finanzstärke ist sie weniger gezwungen, auf Markteffekte zu reagieren.
 
Aber was den Kirchenbesitz vor allem ausmacht, ist der äußerst verschwenderische Umgang mit Platz. Wir haben uns heute bei der Einzelkundgebung das Dominikanerinnenkloster Am Judenstein 10 vorgenommen, weil dort ganze 11 Nonnen mitten in der Altstadt auf einem riesigen Areal nebst riesigem Garten, der auch noch vollkommen ummauert ist, damit da ja niemand reinkommt, leben. Ich denke, nicht einmal der berüchtigte Bischof von Limburg Tebartz-van Elst hatte üppiger gewohnt.
 
Die Säkularisation hat zwar viel Kircheneigentum enteignet, wofür die Kirchen bis heute fürstlich entschädigt werden. Leider blieb das Dominikanerinnenkloster durch einen Trick verschont. Die Nonnen gründeten schnell eine Mädchenschule. Deswegen wurde das Kircheneigentum nicht aufgehoben.
 
Natürlich hat die Kirche ihren Grund- und Immobilienbesitz nie regulär erarbeitet. Der Bevölkerung wurde der berühmte Zehnte auferlegt. Kloster bekamen bestimmte Gemeinden zugeordnet, die für den Unterhalt der angeblich auf Armut verpflichteten Mönche oder Nonnen aufkommen mussten. Bei den Dominikanerinnen war es die Gemeinde Schwarzhofen bei Schwandorf.
 
Wir sind der Meinung, dass der Kirchenbesitz endlich in Allgemeingut überführt werden muss. Wie das geschehen könnte, haben wir in einem kleinen Sketch dargestellt.
 
Es treten auf Kaiser Konstantin der Erste, der Bund für Geistesfreiheit und eine Nonne des Dominikanerinnenklosters.