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Auffälligkeiten der Erzbischöfe Marx & Zollitsch & Mixa & Co.

Zuletzt aktualisiert von bfg-muenchen am 17. Juni 2013 - 2:00

Georg Korfmacher schreibt über Entweltlichung und Bischof Marx (22.6.). Es geht um die Art und Weise, wie die Kirche ihre Arbeitnehmer entrechtet.

Der bfg Augsburg bringt eine Presse-Erklärung zum Interview des Augsburger Weihbischofs Anton Losinger in der „Augsburger Allgemeinen“ vom 28. 3. 2013. Da kann man eine zutreffende Argumentation contra lesen, nur fehlt die Argumentation pro.

Zum erlauchten Kreis der auffällig Gewordenen darf man jetzt auch den Bischof Müller rechnen, der von Pogromstimmung gegen katholische Priester spricht (3.1.).

Bei einer öffentlichen Veranstaltung der TUM zum Thema Ethik in der Wirtschaft ist der Münchner Kardinal Marx mal wieder kräftig ins Fettnäpfchen getappt. Dazu ein Kommentarvon Georg Korfmacher (18.12.).

Soziale Probleme bei uns und anderswo beherrschen derzeit Fernsehen und Print-Medien. Nicht verwunderlich, dass der redefreudige Münchner Kardinal Marx sich auch zu Wort meldet. Zu einem seiner letzten Wort-Feuerwerke ein Kommentar von Georg Korfmacher (2.12.).
 
Über die Gläubigkeit in abstürzenden Flugzeugen und andere Themen raisonniert dies pdf von atheisten-info.at (18.10.).

Deutscher Bischof gegen Ungehorsame - österreichische Sicht von atheisten-info.at (6.6.): Die österreichische Pfarrerinitiative hat in ihrem Ungehorsamsaufruf auch den Punkt, wiederverheirateten Geschiedenen das Altarsakrament - also den "Leib des Herrn", der in den Hostien eingebacken ist - zu verabreichen. In Deutschland ist man den Versuchen der österr. Pfarrerinitiative, ihren Ungehorsam auch dort zu propagieren von Anfang an streng entgegengetreten.
Nun hat sich trotzdem im Erzbistum Freiburg der Ungehorsam ausgebreitet: laut Stand vom 8.6. haben 163 Priester und Diakone eine Erklärung vom 5.6.2012 unterschrieben, wiederverheiratete Geschiedene nicht mehr vom Kommunionempfang auszuschließen. Der deutsche Oberbischof Zollitsch ist nicht so freundlich wie sein Wiener Kollege Schönborn, er verurteilt solche Sachen klar ...

Helf Gott! In seiner Pfingstpredigt kam der deutsche Oberbischof Zollitsch endlich zu Erkenntnissen, die alle aktuellen Probleme der katholischen Kirche lösen könnten! (25.5. Satire bei atheisten-info.at)

Gerade der katholische Kardinal liefert mal wieder ein köstliches Beispiel für Prunk, Protz und Eigenliebe der Catholica in unserem Lande. Dazu ein pdf von Georg Kormacher (22.3.).

Der Papstkritiker Georg Korfmacher schreibt am 7.3.:  Marx murxt nicht nur, er kneift auch noch.

Ungehorsamer deutscher Oberbischof (3.9.). Erwin Peterseil von atheisten-info.at über die feinen Unterschiede zwischen dem deutschen Bischof Zollitsch und dem (vatikanfürchtigeren) österreichischen Bischof Schönborn: "Heute nehme ich zerknirscht zurück, dass in Deutschland sich niemand gegen den Vatikan anzugehen traut, der Bischof Zollitsch traute sich nämlich und wurde sogleich niedergebügelt. Die haben wirklich einen hohen Unterhaltungswert!" Dazu der Originalartikel

Wes Geistes Kind manche Bischöfe sind, zeigt das Beispiel von einem Wiener Kardinal (15.7. bei atheist media blog), Dieser Kardinal Schönborn erzählt in Pöllau von seiner Berufung mit 11 Jahren und wann er richtig zornig werde. "Abtreibung ist Mord" und "Kirche ist nicht gegen Homo-Ehe, denn die Kirche ist nicht gegen etwas, was es nicht gibt." Kommentar bfg: Dafür ist sie um so mehr für etwas, was es nicht gibt, namlich die Phantasiegestalt namens Gott. (Der Orgiginalartikel enthält noch allerlei Rabulistik zur Unbarmherzigkeit wg der Unauflöslichkeit der Ehe (die der unverheiratete Ehehexperte Schönborn befürwortet. Und das steht, ja wo denn wohl, wenn nicht bei kreuz.net.)

Zuweilen schaut der bfg bei der Konkurrenz rein, und bei kreuz.net wird er leicht fündig, wenn's um Anstößiges geht. Zum Begräbnis des Otto von Habsburg beschreibt die katholische Seite die greislichen mittelalterlichen Rituale. Noch schöner wird es bei den Handelnden: "Bischof Mixa hat konzelebriert." Der geschasste Würdenträger ist also wieder da, und man darf lesen "Nach dem Requiem wirkte Bischof Mixa regelrecht euphorisch. Er lief auf Kinder und Rollstuhlfahrer zu, um sie mit Handauflegung zu segnen. Dazu strahlte er über das ganze Gesicht."
Ob die Kinder auch gestrahlt haben, ist nicht überliefert. Vielleicht haben sie eher Angst gehabt vor dem Ex-Bischof mit der anrüchigen einschlägigen Vergangenheit? Kommentar bfg: Den Mixa bringen wir gern ins Gerede, weil er gar so ein Antityp ist, bei dem die Bevölkerung überwiegend gegen ihn ist. Dass er schon wieder tätig werden darf, schadet in unseren Augen der Kirche (ein bezauberndes Bildnis unter diesem Link).

Die Bischöfe mögen sich bei atheisten-info.at einloggen und lesen, was dort über Feindeshass steht (3.6.), Auszug: "Aber für den Fall der Kinderschändung ist vom Jesus auch ein schönes Zitat überliefert, Mk 9,42: "Wer einen von diesen Kleinen, die an mich glauben, zum Bösen verführt, für den wäre es besser, wenn er mit einem Mühlstein um den Hals ins Meer geworfen würde". Zwar verbietet Jesus die Kinderschändung nur für die Kinder, die an ihn glauben (für die Kleinen, die nicht an Jesus glauben, hat er nichts übrig), aber es ist wohl unserer Aufmerksamkeit entgangen, dass z.B. ein Kardinal Groër mit einem Mühlstein um den Hals in Meer geworfen worden wäre." Ergänzung bfg: ein Mixa auch nicht.

Wo Missbrauch ist, muss man nicht lange nach dem Ex-Bischof Mixa suchen (SZ 14.4.): "Mixa in eigener Mission" (der gedruckte Artikel unterscheidet sich etwas vom online-Artikel). Jetzt wird über eine Mixa- Homepage Desinformation betrieben, und das Ganze ist von angeheuerten Profis in Szene gesetzt. Aber wer wird einem Betonkopf noch etwas abnehmen? "Bischof bleibt Bischof" sagt Mixa und ignoriert dabei, dass er geschasst wurde. Schlimmer ist die Ignoranz beim Lügen über seine Verfehlungen. "Prügelstrafen gab es nicht", behauptet er immer noch. Dem stehen sieben eidliche Aussagen von Misshandelten entgegen. Mixa hat immer noch Probleme mit der Wahrheit - kein Wunder nach einem Berufsleben, das der Verbreitung von Gottesphantasien gewidmet war.

Damit auch mal die Gegenseite zu Wort kommt, hier ein Text von Dr. Heinrich Klussmann (10.4.), der die Dinge zurechtrückt und faschistische Elemente in der katholischen Kirche ausmacht:
"Sicher brauchen einzelne Menschen eine Religion - als Privatsache. Der aufgeklärte Staat braucht sie nicht. Auch nicht für die Erziehung seiner Bürger zu Moral und Ordnung. Im Gegenteil, wer Moses, der trotz der 10 Gebote alle Andersdenkenden totschlägt (Tanz ums goldene Kalb), für einen guten Führer und ein Vorbild erklärt, oder wer lehrt, dass man auf "Befehl von oben" das eigen Kind erschlagen muss, der erzieht die Jugend zum Faschismus und zu Mord und Totschlag.
Die katholische Kirche ist nach Struktur und Ideologie eine faschistische Organisation. Ihr starker Einfluss behindert geradezu die demokratische Erziehung unserer Kinder, z. B.  durch die katholische Moral des unbedingten Gehorsams, eine perverse Sexualmoral (Pflichtzölibat für Geistliche), Abwertung der Frauen, weltfremde Dogmen und das behauptete Wahrheitsmonopol. Tatsache ist doch, noch 1945 waren 96% der Deutschen Christen, sie hatten alle christlichen Religionsunterricht gehabt. Den Opfern der Nazis und der Wehrmacht hat es nichts geholfen!
schon jeder Sportverein leistet durch die Erziehung zu offenem Wettbewerb und Fairness mehr für die demokratische Gesinuung als die Kirchen. 
Die größte kulturelle Leistung Europas sind die gegen den Widerstand der Kirchen erkämpfte Aufklärung und der Humanismus. Die Demokratie braucht in der Schule gemeinsamen  Ethikunterricht für alle Konfesionen, - Schillers Wilhelm Tell statt Abraham! Lessigs Nathan den Weisen statt Moses! Ein Drittel der Deutschen sind bereits konfessionslos. Darum sollten wir endlich Ernst mit der strikten Trennung von Staat und Kirche machen und einen wirklichen Laizismus durchsetzen.
"

Beim Thema Missbrauch darf der abgehalfterte Bischof Mixa nicht fehlen. Eine kritische Würdigung seines Lebensstils von der Linken (26.1.): Meinungsmix-um-Mixa.pdf

In einem Artikel im Deutschen Ärzteblatt zur neuen christlichen Patientenverfügung (27.1.) rührt sich Erzbischof Zöllitsch, und was der von sich gibt, fügt sich problemlos unter Missbrauch ein: "Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, betonte vor Journalisten, dass der Wille des Patienten die Grundlage jeder Behandlung sei. Andererseits dürften Menschen über ihr eigenes Leben nicht grenzenlos verfügen. „Jeder Mensch hat seine Würde und sein Lebensrecht von Gott her.“" Kommentar bfg: das Mittelalter lässt grüßen.

Wohin die Missbrauchsfälle führen können (5.1.): US-Erzdiözese meldet Insolvenz an (DiePresse.com). Die Erzdiözese Milwaukee geht in die Insolvenz, weil die Entschädigungen für Opfer von sexuellem Missbrauch Überhand nähmen. Ein Priester der Diözese soll über zweieinhalb Jahrzehnte Kinder missbraucht haben. (Bei diesem Link muss man ein bisschen aufpassen, er startet mit der Behauptung "2011 werden Sie sich verlieben." Ob das wohl auch für die Bischöfe gilt?)

Aus der Süddeutschen Zeitung vom 24.12., Auszüge aus dem Interview mit Erzbischof Zollitsch »Wir sind nicht verloren«
Zollitsch: "Wir werden die Problematik des sexuellen Mißbrauchs in der Kirche wissenschaftlich aufarbeiten ... "
Nachträglicher Kommentar bfg: befremdlich, wenn die Kirche zur Wissenschaft Zuflucht nimmt ...
SZ: ... "Warum lohnt es sich, in der Kirche zu bleiben?"
Zollitsch: "Weil Jesus uns eine großartige Botschaft gibt. Wir sind nicht verloren, wir sind von Gott geliebt und gehalten, wir können diese Liebe weitergeben. Wir haben die Vision von einer Gesellschaft der Solidarität, in der einer für den anderen mitsorgt, in der es soziale Gerechtigkeit gibt, der Kranke bis zum Lebensende gepflegt wird. Dafür lohnt es sich, in der Kirche zu sein und zu bleiben: Resignation und Rückzug wären jetzt jedenfalls die falsche Antwort."
Nachträglicher Kommentar bfg: die Wirkung dieser großartigen Botschaft hat man im Mittelalter erfahren, als die Kirche  noch das Sagen hatte. Anstelle von Liebe gab's da Unterdrückung und Entrechtung. Und von sozialer Gerechtigkeit kann erst die Rede sein, seit die Arbeiterbewegung sie erkämpft hat. Da heftet sich die Kirche ein Etikett an, das ihr nicht zusteht. Auch das Hausieren mit der Vision ist illegitim, nachdem die Religion so lange die Agenda setzen konnte, ohne substanzielle Fortschritte in der Richtung zu bewirken. Der christliche Glaube war ja nur in der Anfangszeit ein Glaube der Unterdrückten, während er nach ein paar hundert Jahren zum Unterdrückungsinstrument wurde. In der Neuzeit wurde er dann zum Verdummungsinstrument, wozu man auch Zollitschs Versuch rechnen darf, die Kirche als sozial zu profilieren. Man muss heute andere Maßstäbe anlegen, wenn die Rede von den Kranken ist, die bis zum Lebensende gepflegt werden. Wo die Kirche an Samariterdiensten beteiligt ist, läßt sie es sich schließlich teuer bezahlen.

Aus der Süddeutschen Zeitung vom 21.12.: "Die Kirche müsse überlegen, was falsch war an ihrer Botschaft", sagt der Papst. Dazu Bischof Marx beim traditionellen Jahresschlussgespräch im Münchner Presseclub: Die Fakten aus dem Bericht seien schockierend und bedrückend. Die darin veröffentlichten Zahlen zu Tätern und Opfern dürften nicht darüber hinwegtäuschen, dass nicht alle Missbrauchsfälle gemeldet worden seien. "Wir werden die Zahl der Opfer nie wissen", sagte Marx. Der Bericht gebe aber Aufschluss über bestimmte Muster und Mechanismen. Diese gelte es nun zu ändern. Die Entscheidung, offen mit dem Thema umzugehen, habe sich bewährt. "Auch wenn wir am Anfang nicht gewusst haben, wohin das führt, haben wir auf Transparenz gesetzt", sagte Marx.
Kommentar bfg: Die Kirche hat also auf Transparenz gesetzt; die Opfer werden erstaunt sein, das zu hören. Hier liegt anscheinend eine grundlegende Diskrepanz im Verständnis von Transparenz vor. Was die Kirche für Transparenz hält, heißt im normalen Leben Vertuschung, möchte man meinen.
Ein weiterer Kommentar dazu: Beide Institutionen, Schule und Kirche, sehen sich in nächster Zukunft mit der entscheidenden Frage konfontiert, an der viele ablesen werden, wie ernst sie es mit der Aufarbeitung meinen: die Frage, wie die Opfer entschädigt werden sollen.

Aus aktuellem Anlass ein paar Nachträge zur Odenwaldschule (20.12.): Das Netzwerk Betroffener von sexualisierter Gewalt e.V. wendet sich gegen eine Verjährung der pädokriminellen Handlungen. Das Argument ist, solange die Betroffenen leben, kann keine Verjährung sein. Bei dem Link findet sich weiteres Material. Die Süddeutsche Zeitung schreibt wiederholt dazu, 17.12.: "Mißbrauch mit System", 19.12. "Opfer sollen schnell Geld bekommen", 19.12. "Aussitzen statt Aufarbeitung" - der Inhalt: Die Schulleitung bemüht sich um Aufklärung, doch der Lebensgefährte des Ex-Schulleiters empfiehlt in einem internen Brief das Gegenteil: den Skandal an der Odenwaldschule auszusitzen.  Am 20.12. (ohne Link), bringt die SZ drei interessante Beiträge: Seiten 5, 16, 34. Stichworte: "Stand der Dinge, Ausstehende Genugtuungszahlungen ... , aussitzen. Hartmut von Hentig,  Lebensgefährte des Chefs der Schule,  plädiert für Stillhalten und Aussitzen und hofft, dass alles in vier bis fünf Jahren vergessen ist."  Die Hoffnung des bfg richtet sich eher in die Richtung, dass dann die Religion vergessen oder zumnindest zivilisiert worden ist ...    
Ein aktueller (9.12.) Kommentar in der Berliner Umschau.
Auch die SZ vom 7.12. bringt einen lesenswerten Artikel dazu, es wird argumentiert, wo Akten vernichtet werden, ist  Täuschung beabsichtigt. Sehr wahr, das ist systemimmanent.

Die Süddeutsche Zeitung schreibt am 5.12.: “Kirche vertuschte Missbrauch systematisch
Der Untersuchungsbericht des Bistums München spricht von Aktenvernichtung in erheblichem Umfang. Der Bericht wird "aus Datenschutzgründen nur in Kernaussagen" veröffentlicht. Was daraus hervorgeht: Es wurde systematisch vertuscht, und Aktenvernichtungen wurden in erheblichem Umfang vorgenommen. Akten wiesen offenkundige Lücken auf, es gab einen euphemistischen und verharmlosenden Sprachgebrauch. Die Täter wurden fast nie bestraft sofern sie Priester waren, man habe den "rücksichtslosen Schutz des eigenen Standes" im Blick gehabt. 159 Priester, 15 Diakone, 6 Laien-Mitarbeiter und 96 Religionslehrer wurden allein im Bistum München auffällig, und man geht von einer erheblichen Dunkelziffer aus. Die Untersuchung stellt fest, das Personal käme häufig mit dem Alltag nicht zurecht und sei oft alkoholabhängig. Und die Opfer fanden kein Gehör, die Täter dagegen fanden Schutz bis an den Rand der Strafvereitelung.
Es soll nun schonungslose Aufklärung geben - aber Zitat SZ: "da war ein Vertreter der Missbrauchsopfer schon wieder auf dem Heimweg, er war an der Pforte des Ordinariats abgewiesen worden; die Pressekonferenz sei nur für Journalisten."

Kommentar bfg: Die Kirche hat 2000 Jahre Übung beim Vertuschen und Aktenvernichten. Schließlich gibt es kein authentisches Material aus Jesus Christus' Lebenszeit mehr, sondern nur das, was die Evangelisten zig Jahre später zusammenphantasiert haben. Der Bischof Irenäus von Lyon hat vor 1900 Jahren aufgeräumt und das "apokryphe" Material vernichttet, also alles, was den christlichen Dogmen im Wege steht. Ähnlich ging es vor weniger als 100 Jahren bei den Rollen von Qumran zu, wo die Kirchenvertreter alles vernichteten oder beiseiteschafften, was sie störte. Dagegen wirkt der heutige Umgang mit dem Missbrauch schon fast aufrichtig. Es wird Zeit für eine echte Aufarbeitung der kriminellen Geschehnisse, ohne "Datenschutzgründe" und mit freiem Zugang für die Öffentlichkeit.


... und was sich bei der religiösen hard core Pädagogik sonst so tut, Thema Missbrauch:

Im aktuellen Heft - DER SPIEGEL 49/2010 vom 06.12.2010 steht ein passender Artikel: "Die Odenwaldschule bangt um ihren Fortbestand", was unser Kommentator Prof. Dr. Gernot Lucas auf die Formel "Geld zurück" bringt. Seine Zitate von S. 37 zum Thema Missbrauch an eben dieser Schule:

  • "...Jürgen Dehmers ...  schreibt ein Buch, in dem die Odenwaldschule nicht gut wegkommen wird. "
  • "...Manfred Kappeler ... schreibt ein Buch "Anvertraut und ausgeliefert",
  • "...es geht nicht um Handlungen von Einzeltätern, es war ein grausames System mit Normen und Regeln..."
  • Dehmers : "Ich habe zwölf Jahre auf die Aufklärung gewartet, ...  jetzt kann ich auch zwölf Jahre für meine Entschädigung  kämpfen."
  • " ... Irland hat trotz niedrigeren Wohlstands 14 768 Heimkinder  im Schnitt mit 76 500 Euro entschädigt. ... Dass uns Staat und Kirche um unsere Lebenschancen beraubt haben, soll im reichen Deutschland nicht annähernd soviel wert sein?"

SPIEGEL weiter: "... Ex-Schüler des Jesuitenkollegs oder der Odenwaldschule sind deshalb frustriert: dort allerdings (am runden Tisch) wird bislang hauptsächlich über Prävention und Verjährungsfristen geredet. Entschädigungsfragen sind ein untergeordnetes Thema. ... Vergangenheit spielt keine Rolle." ... " um eine kollektive Entschädigung zu verhindern, wurde in Endberichtsentwürfen alles gestrichen, was die Heimerziehung als Unrechtssystem darstellen könnte. .... die Opfer müssen individuell nachweisen, dass sie sich "in schwierigen Lebenssituationen" befinden."

Begleitende Informationen dazu - Nachricht vom 21.10.: Bischof Marx wird vom Papst zum Kardinal ernannt. Der bfg gratuliert nicht, denn statt für Aufklärung steht Bischof Marx für Vernebelung und Heuchelei.

Schon am 14.7.2010 brachte die Frankfurter Allgemeine Zeitung ein Interview mit Bischof Marx (der Link ist stark werbebelastet), wo der famose Gottesmann uns die wahre Aufklärung nahebrachte: "Der Glaube vernebelt nicht die Verunft, sondern er macht sie heller," fabulierte Marx, und: "Das Christentum ist vernunftgeleitete Aufklärung." Im Einzelnen: "Es ist vollkommen unbestreitbar, dass die für Europa entscheidende Aufklärung nicht erst im 18. Jhd. stattgefunden hat, sondern bereits in der Verkündung des Evangeliums besteht: in der  Bergpredigt, in dem Vaterunser und in der Geschichte des verlorenen Sohns."
Solche Töne stießen sogar bei der FAZ auf Widerspruch ("Werbepsychologie"). Die Chuzpe, mit der Bischof Marx Lüge und Sophistik betreibt, ist ganz auf der Linie von Papst Benedikt. Von dem stammt die Verdummungsphrase, es sei vernünftig, zu glauben (noch in die Welt gesetzt als Bischof Ratzinger). Wer sowas glaubt, ist aber nur gläubig und nicht vernünftig. Wie es sich wirklich mit der Aufklärung verhält, ist hier unter Informationen/Leitkultur umrissen.