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Katholisches Krankenhaus im Saarland bestreikt

Zuletzt aktualisiert von presse am 11. Oktober 2017 - 18:40

Erstmals haben sich Beschäftigte eines konfessionellen Krankenhauses einem Streik für einen "Tarifvertrag Entlastung" in Krankenhäusern angeschlossen. Das ist neu - und auch mutig von den Beschäftigten, denn Mitarbeiter kirchlicher Einrichtungen dürfen laut kirchlichem Arbeitsrecht nicht streiken.

Beschäftigte in sechs Kliniken waren am 10. Oktober 2017 in einen 48-stündigen Ausstand getreten, am Folgetag schlossen sich Mitarbeiter der katholischen Marienhausklinik Ottweiler im Saarland an. Zuvor hatte die Klinikleitung erfolglos versucht, die Arbeitsniederlegung mit der Androhung arbeitsrechtlicher Konsequenzen zu verhindern. Die Beschäftigten der Klinik stellten in einem offenen Brief klar, die Entscheidung zu streiken sei ihnen nicht leichtgefallen. „Wir waren lange genug still,“ heißt es in dem Schreiben. Bisher hätten sie „gemeckert, aber letztendlich doch weitergemacht“, damit müsse Schluss sein.

„Beschäftigte kirchlicher Krankenhäuser leiden genauso unter der Personalnot, wie in öffentlichen oder privaten Kliniken. Sie haben das gleiche Recht, sich zu wehren, wie alle anderen Arbeitnehmer,“ sagte Sylvia Bühler, das für Gesundheitspolitik zuständige Bundesvorstandsmitglied der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di). „Ebenso wie die Beschäftigten anderer Kliniken fällt es ihnen angesichts der Not der Patienten schwer, Grenzen zu setzen und für die eigenen Interessen aufzustehen“, so Bühler.

Zum Nachlesen: Was uns bewegt - Offener Brief der Streikbereiten aus Ottweiler