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Jahresend-Betrachtungen von bfg-Vorsitzender Assunta Tammelleo und anderen

Zuletzt aktualisiert von bfg-muenchen am 23. Dezember 2010 - 1:00

Assunta ist im München-Teil der Süddeutschen Zeitung abgedruckt (24.12.), zum Thema Wozu noch Kirche? (Bei dem Link sind die Bilder und Statements nicht wiedergegeben.) Sie äußert sich dort sehr verständnisvoll über den Sinn der Kirche und ihr soziales Engagement - eine richtige Weihnachtsbotschaft. (Wer sich an der Debatte über die Zukunft der Kirchen beteiligen willen, kann die SZ unter dieser E-Mail-Adresse erreichen: muenchen-region@sueddeutsche.de, Betreff: Wozu noch Kirche?)

Ehe man das beantwortet, sollte man vielleicht noch das sophistische Geschwurbel von Heribert Prantl in derselben SZ auf der Meinungsseite genießen, »Geheimnis und Mysterium". Es geht zunächst um Wikileaks: "Religion ist sozusagen Wikileaks-fest" schreibt Prantl. Bei realistischer Betrachtungsweise dürfte das aber nicht stimmen, denn es ist bestimmt noch etwas von dem sogenannten "apokryphen Material" übrig, das der Bischof Irenäus von Lyon vor 1900 Jahren vernichten ließ. Auch als die Rollen von Qumran im letzten Jahrhundert gefunden wurden, konnten die christlichen Datenschänder wahrscheinlich nicht alles vernichten, was zu einer Entschleierung und Aufdeckung der tatsächlichen Vorgänge bei der Glaubensstiftung beitragen könnte. Passend dazu heißt es auch im Text von Prantl: "[Die Religion] gründet auf Glauben, nicht auf Fakten. Religion birgt das absolute Geheimnis. Dieses Geheimnis entzieht sich der Aufklärung, es ist der Aufdeckung nicht zugänglich - nicht einfach nur deswegen, weil man es aus Angst vor der Leere dahinter nicht aufdecken will." Unser Kommentar: Das gilt für jede andere Illusion genauso, und die Angst vor der Leere heißt im Klartext, lieber dumm bleiben. Prantl bemüht sich, der Religion Winkel zu schaffen, wo sie sich verstecken kann: "Das Heilige, das Mysterium, beginnt dort, wo die Möglichkeit endet, Geheimnisse aufzudecken. Alle Versuche, Gott zu beweisen, waren deshalb so vergeblich wie die, ihn für tot zu erklären." Kommentar bfg: es gibt eine ganz einfache Erklärung, warum kein Gott bewiesen werden kann, weil nämlich keiner existiert. Nichtexistenz-Beweise sind dagegen im realen Kosmos unmöglich, man kann ja nicht mal beweisen, dass es keinen Weihnachtsmann gibt. Weiter mit Prantl: "Religion schafft und wahrt nämlich Geheimisse, die um nichts in der Welt aufzulösen sind. Das ist ihr Wesen." Unser Kommentar: das ist wohl eher das Wesen der Dummheit, wenn man sich sowas einreden lässt, auch wenn's von einem klugen Kopf wie Heribert Prantl kommt.  

Was ein seriöser Jesus-Forscher dazu zu sagen hat, bringt Gerd Lüdemann im Neuen Deutschland vom 24.12. über falsche Kirchendogmen und echte Jesusworte, Ausschnitte: "Wobei es heute weitgehend Konsens ist, dass das Datum des Weihnachtsfestes aus anderen Religionen übernommen wurde und die Weihnachtsgeschichte des Lukas eine fromme Legende ist, die so gut wie nichts mit den tatsächlichen historischen, zeitlichen und lokalen Umständen von Jesu Geburt gemein hat." "Nein, ich bin kein Christ mehr. Ich glaube nicht an die Auferstehung Jesu, ich glaube nicht, dass der Wanderprediger aus Galiläa für meine Sünden gestorben ist. Das ist nicht nur meine Meinung, sondern das Ergebnis der historischen Bibelforschung, die sich damit als Totengräberin des christlichen Glaubens erwiesen hat." "Für mich bedeutet das Wort Wahrheit noch etwas, für die Kirche anscheinend nicht. Sie unterscheidet zwischen Wahrheit als historischer Tatsache und Wahrheit als Glaube. Zu solch intellektueller Unredlichkeit möchte ich keinen Beitrag leisten. Die Auferstehung Jesu ist widerlegt. Wissenschaftlich." Ein weiteres Zitat aus dem Artikel - Vor über 50 Jahren schrieb der evangelische Theologe Hans Conzelmann: »Die Kirche lebt praktisch davon, dass die Ergebnisse der wissenschaftlichen Leben-Jesu-Forschung in ihr nicht publik sind.« Aber nun endlich die eigentliche Botschaft von Assunta Tammeleo:

Liebe Mitglieder und Freunde des bfg mÜnchen,
nun neigt sich das 140.te Jahr seit Gründung unserer segensreichen Organisation dem Ende zu. Ein bewegtes Jahr, auch und gerade aus der Sicht der gottlosen Szene, und somit auch für uns vom bfg mÜnchen. Unsere kleine traditionsreiche Organisation ist gut eingebunden in der säkularen Szene, so dass wir unsere Aktivitäten mehr und mehr abstimmen mit den Freunden der Freidenker, der Giordano Bruno Stiftung, des hpd, der Humanistischen Union, des IBKA, der LEO-Redaktion, dem Radio LoRa 92,4, den Skeptikern und vielen anderen mehr. Unser Dank gilt all denen, mit denen wir organisationsübergreifend zusammen arbeiten, zum Teil seit vielen Jahren schon...
Und es tut sich auch immer mehr; z.B. gibt es seit kurzem auch eine Regionalgruppe der Giordano Bruno Stiftung in München, die man im Internet gut findet (www.gbs-muc.de). Jeden ersten Dienstag im Monat treffen sich die Engagierten, unter denen erfreulicherweise viele jüngere Leute sind. Das letzte Treffen war im Rhaetenhaus, Luisenstraße 27 (Nähe Bahnhof), die Orte/Gaststätten können sich allerdings ändern. Am besten immer wieder mal auf die Seite schauen, ansonsten eben bei uns im bfg mÜnchen unter Terminen nachschauen.
Was die Außenwirkung anbelangt, so ist dieses Jahr ein ganz gutes. Beiträge mit Mitgliedern des Vorstands gab es nicht nur in verschiedenen freien kleinen Radios, sondern auch in Bayern2 (Radio Wissen zum Thema "woran glaubt ein Atheist"), unsere Veranstaltungen wurden in der sogenannt bürgerlichen Presse besprochen (z.B. Carsten Frerks Vortrag im Münchner Merkur und der Süddeutschen), der Gottlosen-Stammtisch und unsere Radio-Aktivitäten bei LoRa fanden Eingang in eine kleine Fernsehproduktion des BR (BR Alpha/wie bekannt am 22.12.), die diesjährige Ausschreibung des Kunstpreises Blasphemie "Der Freche Mario" wurde vorgestellt im WDR-Kulturmagazin "Scala" und aktuell plant die Süddeutsche Zeitung die Vorstellung der amtierenden Vorsitzenden, was zwischen den Jahren als Beitrag von Franz Kotteder in der Reihe "100 Gesichter" (oder ähnlich) erscheinen soll. Um nur die wichtigsten Veröffentlichungen zu nennen!
Der besondere Dank des bfg mÜnchen gilt allen, die uns unterstützen, Mitgliedsbeiträge zahlen, Spenden überweisen, Plakate aufhängen und verteilen usw. Die Arbeit des bfg mÜnchen geschieht auf ehrenamtlicher Basis; meistens unterstützen die eh schon Aktiven zusätzlich auch noch durch Verzicht auf Erstattung von Auslagen. Zum Jahresende möchte ich mich dafür ganz herzlich bestimmt auch im Namen aller Mitglieder, Freunde und Interessenten bei allen bedanken! Schön, dass es Euch gibt!

Für uns war das Jahr im wesentlichen geprägt durch wiederkehrende Veranstaltungen, die wir über die Jahre selber zur Tradition werden lassen, auch wenn wir natürlich jahre-mäßig hinter Nikolaus, Christkind, Osterhase und Co. eine gute Weile herhinken. Auch im neuen Jahr gibt es regelmäßig unsere

 

  • Gottlosen-Stammtische (CASA MIA, jeden vierten Donnerstag/Monat, ab 20h00, Ecke Impler-/Oberländerstraße, U-Bahn-Haltestelle "Implerstraße")
  • Radio-Sendungen auf LoRa92,4/München jeden dritten Mittwoch/Monat, 21h00 bis 22h00, Live-Sendung "Gegensprechanlage" zu aktuellen Themen, Moderation durch den bfg-Vorstand
  • Radio-Sendungen auf LoRa92,4/München jeden geraden Monat am dritten Mittwoch (im Wechsel mit der Humanistischen Union), 20h00 bis 21h00, "Freigeister-Gespräch" mit prominenten Personen über Glauben/Unglauben,  und vieles mehr...Konzept, Moderation, Schnitt usw.: Assunta Tammelleo und Nuray Kalkan
  • Radio-Sendungen auf LoRa92,4/München jeden geraden Monat am ersten Mittwoch, 21h00 bis 22h00, Live-Sendung "Gegensprechanlage" zu aktuellen Themen, Moderation durch den bfg-Vorstand

Die einzelnen Veranstaltungen und Sendungen werden bei den Terminen angezeigt, manchmal auch kurzfristig. Ebenfalls gewissermaßen regelmäßig gibt es die traditionellen Termine (Änderungen vorbehalten)

 

 

  • Sa.,12.02.2011 - E(volution)Day zum 202. Geburtstag von Charles Darwin. Geplant Filmvorführung... weitere Informationen bei den Terminen auf dieser Page
  • Fr., 22.04.2011 - Karfreitag mit Filmen und Schoko-Buffet für alle Nicht-Katholiken, Nicht-Protestanten ... weitere Informationen bei den Terminen auf dieser Page
  • So., 01.05.2011 - Infostand am Viktualienmarkt (DGB- Mitmach- und Infomarkt) - Wir sind wieder dabei... weitere Informationen bei den Terminen auf dieser Page
  • Sa., 04. und So., 05.06.2011 - Infostand auf dem Streetlife München - Corso Leopold - weitere Informationen bei den Terminen auf dieser Page
  • So., 26.06.2011 - Stadtlauf München mit Beteiligung des "Gottlos-Glücklich-Teams" des bfg mÜnchen
  • Sa., 09.07 und So., 10.07.2011 - Teilnahme am Christopher-Street-Day München - hoffentlich wieder mit der "Deutschen Eiche" und Dietmar Holzapfel weitere Informationen bei den Terminen auf dieser Page
  • April bis Juli 2011 - Teilnahme an der Veranstaltungsreihe "Protest in München seit 1945" zwischen April und Juli 2011. Eine Veranstaltungsreihe mit Förderung durch das Kulturreferat der Stadt München; genaue Termine und Themen stehen noch nicht fest, werden rechtzeitig auf unseren Seiten hinterlegt
  • So., 11.09.2011 - Run for Life der Münchner Aids-Hilfe mit Beteiligung des "Gottlos-Glücklich-Teams" des bfg mÜnchen
  • Di., 01.11.2011 - Mitglieder-Vollversammlung mit Neu-Wahlen - Verleihung Gache Wurzn Preis für Zivilcourage (in Kombination mit "Schraubenschlüssel am Bande") - weitere Informationen bei den Terminen auf dieser Page

Dies sind die wiederkehrenden Termine. Die Veranstaltung von Vorträgen, Podiumsdiskussionen, Kino-Abenden, Freigeister-Frühstücken etc. wird in der Regel verhältnismäßig kurzfristig entschieden, worüber wir immer auch informieren. Auch werden wir aktiv teilnehmen bei den gottlosen Aktivitäten zum Evangelischen Kirchentag in Dresden (1. bis 5.Juni 2011) und wahrscheinlich auch rund um den Papstbesuch in Freiburg (September 2011).
Wie die letzten Jahre auch erhalten alle Mitglieder, Freunde und Interessenten ca. einmal monatlich unseren newsletter. Die Voll-Mitglieder bekamen bislang 3 x jährlich den Rundbrief des IBKA (mit Nachrichten aus dem bfg mÜnchen). Ob dies im kommenden Jahr weiterhin so organisiert wird, steht zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht fest, alle werden natürlich auf dem laufenden gehalten. Die Vorstände des bfg mÜnchen veröffentlichen gelegentlich auch auf www.hpd.de; die aktuelle Meldung zur Preisverleihung "Der Freche Mario" 2010 in der Galerie/Agentur 84GHz ist für alle sichtbar auf dieser Page.
Für das kommende Jahr wünsche ich Ihnen - auch im Namen von Nuray Kalkan und dem gesamten bfg-Vorstand -  alles alles Gute, Gesundheit und "Fröhliche Frohheit" (um mit Gerhard Polt zu sprechen)... und uns, dass wir Sie doch öfter zu Gesicht bekommen als bislang!
Freundliche Grüße
Assunta Tammelleo
- Vorsitzende -

Noch ein Weihnachts-Statement. vom 25.12. aus der taz: "ich habe nie versucht Menschen ihren Glauben auszureden"